| Ridley Scott über Blade Runner 2 |
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Nun zeichnet sich ab, dass Scott kein richtiges Sequel plant, sondern mehr eine neue Geschichte. Das Kapitel Deckard gelte als abgeschlossen. Demenstprechend werde der Film auch völlig neue Darsteller aufweisen, wie Scott in einem Interview mit dem Wall Street Journal bekannt gab. Dies gelte auch für Deckard, gespielt von Harrison Ford.
Auch wenn die Leute denken, dass [Blade Runner] ein cooler Philip Marlowe Film sei, mit Deckard, gespielt von Harrison Ford, gehe es doch viel mehr um die Fragen der Menschlichkeit gab Scott schließlich noch zu bedenken.
In Hollywood bemüht man sich schon lange um eine Fortführung des Blade Runner Franchises und nicht zuletzt standen die Dreharbeiten des Filmes von 1982 unter solch schwierigen Umständen, dass diese allein schon ihren eigenen Kult-Status besitzen. Für alle Beteiligten waren die Arbeiten zu Blade Runner aber wohl weniger "kultig", so dass man sich über Jahrzehnte hinweg gar nicht erst mit der Frage beschäftigte, ob es je einen zweiten Film geben würde.
T-Shirt War und ShiningWährend den Dreharbeiten 1981 sprangen Investoren ab und kam es zwischen Scott und der Crew zum Eklat, die im "T-Shirt War" gipfelten. Blade Runner war Scotts erster Film, der in den USA gedreht wurde und in einem Interview äußerte sich der gebürtige Brite, dass er lieber mit Briten arbeite, da diese zu allem ja und Amen "Yes, Gov'nor!" sagen und nicht ständig hinterfragen würden. Am Tag darauf erschien die 70-Köpfige, amerikanische Crew, die ohnehin nicht gerne mit Scott zusammenarbeitete, am Set promt mit T-Shirts mit dem Aufdruck "Yes, Gov'nor my ass!", was widerum Scott nicht unbeantwortet ließ und sich ebenfalls T-Shirts bedrucken ließ mit "Xenophobia (Fremdenfeindlichkeit) sucks". Es folgten weitere Unstimmigkeiten am Set, auch mit Harrison Ford. Hinzu kam, dass die neuen Investoren mit der fertigen Version des Filmes nicht zufrieden waren und Änderungen forderten. Diese waren nicht von ungefähr. Harrison Ford musste eine Erzählstimme einsprechen, um die Geschichte näher zu erläutern. In einem kürzlich gegebenen Interview gab Ford dann an, diese Erzählstimme absichtlich "richtig schlecht" eingesprochen zu haben, da er wie alle anderen von der Idee nichts hielt. Und auch bestand man auf ein richtiges Happy End. Für diese Happy End Szene bediente man sich hastig einfach an vorhandem Filmmaterial von Stanley Kubricks "Shining", da das Filmbudget schon unlängst überschritten war. Wem also die finale Szene, in der Deckard durch die Landschaft fährt, bekannt vorkam, der sollte sich einmal die Eröffnungs-Szene von Shining genauer anschauen.
Vom Kassenflop zum Meilenstein der FilmgeschichteAn den Kinokassen war Blade Runner ein großer Flop und als Schuldiger wurde schnell Ridley Scott vorgeschoben. Erst mit dem DVD-Release rund 10 Jahre später und der Möglichkeit, eine andere Fassung (dem sog. "Directors Cut") anzubieten, gelang der große Durchbruch und zog alle in seinen Bann.
Auch heute, 30 Jahre später, hat der Film noch nichts von seiner Anziehungskraft verloren und auch visuell schaffte Scott mit dem Kulissenbau eine futuristische Welt, die für viele heute noch als maßgebend gilt. Kaum zu glauben, dass Blade Runner völlig ohne Computer-generierte Spezialeffekte (CGI) auskam in einer Zeit, wo das schon nicht mehr selbstverständlich war - genaugenommen war der Film der letzte SciFi-Streifen, bei dem man sich nicht mit CGI Effekten behalf. |
Im August bestätigte Regisseur Ridley Scott (Blade Runner, Alien, Black Hawk Down) bereits gegenüber der Presse, dass er zusammen mit Warner Bros. an einer Fortführung des Blade Runner Franchises arbeite. Auch die Dreharbeiten könnten nach seinem jetzigen Projekt vielleicht schon beginnen. Viele Details gab er jedoch nicht Preis und schaffte ausreichen Platz für Spekulationen. Fans des SciFi-Klassikers von 1982 diskutieren seitdem, ob es ein Prequel oder Sequel werde oder auch, ob Harrison Ford wieder in die Rolle des Deckard schlüpfen würde - oder ob der Film überhaupt je gedreht werde.